Universität Erlangen- Nürnberg Erziehungswissenschaftliche Fakultät
PS: Computer im Kunstunterricht
Dozent: A. Schäpler WS 2002/03
Referentin: Nina Hufnagel
27.01.03

Web of Life Lebende Netze - ein Projekt zwischen Kunst und Wissenschaft



"Web of Life" ist ein interdisziplinäres Projekt ( überwindet die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft Projekt wurde von dem Wissenschaftspublizisten Michael Gleich und dem Medienkünstler Jeffrey Shaw konzipiert und zusammen mit einem Team prominenter Künstler, Designer, Architekten, Komponisten, Wissenschaftler und Techniker realisiert

Das Kunstwerk

"Web of Life" ermöglicht es den Besuchern, eine faszinierende audiovisuelle Umgebung interaktiv zu beeinflussen - Medium dazu ist das einzigartige Muster von Handlinien.
Die audiovisuelle Umgebung wird geprägt durch das Zusammenspiel von dreidimensionalen Computergrafiken und projizierten Videobildern.

Schnittstelle


das "Interface", zwischen Mensch und Kunstwerk: eine Station, an der die Besucher ihre Hände scannen lassen. Das Kunstwerk ist als ein Netzwerk mit verteilten Standorten angelegt: eine permanente und aufwändig gestaltete Installation im ZKM Karlsruhe und vier mobile Installationen.

Die Interaktionen von Benutzern an einem Standort beeinflussen dabei das audiovisuelle Verhalten sämtlicher Installationen. Die unterschiedlichen und individuell einzigartigen Handlinien erscheinen auf der Projektionsfläche jeder Installation zusammen mit der Ortsangabe der Person, deren Hand gescannt wurde. Diese Linien verschmelzen mit den bereits vorhandenen und erzeugen eine neue Reihe von Transformationen sowohl in der visuellen wie auch in der akustischen Umgebung.

So stellt jeder Besucher eine Verbindung zum vernetzten Kunstwerk her und haucht ihm neues Leben ein.

Die Web of Life-Projektionen werden durch eine eigens entwickelte Software implementiert.

Akustisches Erlebnis:

die Klangumgebung ermöglicht dem Besucher die Erfahrung von akustischen Feldern, die sich im Raum bewegen. Das Ziel dieser mehrkanaligen Audioumgebung ist es, dynamische Netze von Klangvektoren um den Besucher herum zu knüpfen, sodass die Klangbilder selbst als "Gestalten" in dessen Wahrnehmung eingeschrieben werden. Die Audioumgebung der ZKM-Installation ist über das Internet mit denen der vier mobilen Installationen verbunden; sobald eine weitere Hand an einem dieser Standorte gescannt wird, erzeugt dies - verbunden mit einer neuen Bildsequenz - an allen Standorten dieselbe neue Klangwelt.

Beispiel: Die Installation im ZKM


Beim Betreten des Raumes blicken die Besucher auf eine 3,35 Meter hohe und 7 Meter breite Leinwand, auf welche hochauflösende Videoprojektoren einen dynamischen, dreidimensionalen Bilderstrom spielen, der mit speziellen Polarisationsbrillen betrachtet wird. Im Zentrum des Raumes befindet sich ein Interface, das die Hände der Besucher von unten durch eine Glasplatte fotografiert. Ein kleiner Monitor daneben zeigt das Videobild der gerade gescannten Hand und simuliert den Prozess der Digitalisierung der Haupthandtlinien. Danach erscheinen die Linien auf der großen Projektionsfläche, wo sie das Verhalten und die Inhalte der visuellen und akustischen Umgebung beeinflussen.

Idee

- das Internet mit seinen immer größeren Übertragungsraten ermöglicht die Vernetzung aller Installationen - viele Teilnehmer verbinden sich in wechselseitigen Beziehungssystemen und kreieren das Modell einer "Netzwelt" - das Netz der fünf verteilten Installationen ermöglicht es Menschen weltweit, gemeinsam einen audiovisuellen Raum zu erleben und zu verändern: indem sie ihre Handlinien scannen lassen, steuern sie ein Attribut der eigenen Identität (das individuelle Muster der Linien) bei und leisten damit einen Beitrag zur sich stets verändernden, künstlerisch geprägten Identität des "Web of Life"

Quelle: www.web-of-life.de