Lehrplan für die bayerische Hauptschule
Kapitel I - Grundlagen und Leitlinien
Bildungsangebot1.2: Sie
zielt auf grundlegende Allgemeinbildung,
gibt individuelle Hilfen und fördert die Schüler in einem differenzierten
Bildungsangebot. Sie betont praxisbezogene Lerninhalte.
Perspektiven 1.4:
Die Hauptschule ist eine weiterführende Schule. Mit ihren Abschlüssen
öffnet sie den unmittelbaren Zugang zur beruflichen Ausbildung wie
auch zu weiteren Bildungsgängen und Berufszielen.
Sie bietet Perspektiven im Handwerk, in der Industrie, in anderen Bereichen
der Wirtschaft und in sozialen Berufen sowie Aufstiegsmöglichkeiten
z. B. zum Meister oder Techniker.
2. Der Auftrag der Hauptschule
/ Grundlagen 2.1 Die Hauptschule vermittelt ihren Schülern eine
fundierte
Allgemeinbildung.
Allgemeinbildung
2.2: Die Hauptschule erschließt ihren Schülern die
wesentlichen Bereiche der Kultur und verhilft
ihnen dadurch zur vielseitigen persönlichen Entfaltung. Sie vermittelt
ihnen einen verlässlichen Grundbestand
an Wissen und Können und fördert ihre individuellen Begabungen
und Neigungen. Sie knüpft an vorhandenen Interessen und Erfahrungen
an, weckt neue Interessen und ermöglicht Erfahrungen, die die jungen
Menschen ohne das schulische Angebot nicht machen würden. Sie ...
bereitet auf das zukünftige Erwachsenenleben vor. ...Sie entwickelt
einen eigenen, jugendgemäßen Stil gemeinsamen Lebens und Lernens,
der Entwicklungsunterschiede in den Altersstufen berücksichtigt.
Hilfe zur persönlichen
Lebensgestaltung 2.5: ... Die Schüler erfahren ... Anregung für
ihre künftige Lebensgestaltung. Hierzu gehören:
- Anregung
und Befähigung zu sinnvoller, eigenverantwortlicher Freizeitgestaltung;
- Orientierung in der Flut
medial vermittelter Informationen, Anleitung zu sinnvoller Auswahl und
überlegter Nutzung des Medienangebots;
Vorbereitung auf das Arbeits- und Wirtschaftsleben
2.6 Eine wichtige Aufgabe der Hauptschule ist die Hinführung
zur Arbeits- und Wirtschaftswelt. Die Schüler
erwerben wirtschaftliche, soziale und technische
Grundkenntnisse, werden zu gezielter Erkundung, praktischer Erprobung
und gedanklicher Klärung ihrer Erfahrungen angeleitet. Sie orientieren
sich in der Welt der Berufe, erfahren Unterstützung und Beratung bei
der Wahl ihres Berufes. Sie gewinnen auch ein erstes
Verständnis für die Grundprinzipien, Chancen und Gefahren unserer
modernen, von der Technik bestimmten Arbeitswelt
und
bereiten sich so auf die Teilnahme am Arbeits- und Wirtschaftsleben als
umworbene Konsumenten und als Produzenten von Gütern und Dienstleistungen
vor.
Ganzheitliche Bildung 2.7 Die
Schüler werden in allen Bereichen ihrer Persönlichkeit angesprochen
und gefördert. Praktisches und musisches Tun, Wissenserwerb,
Erkenntnisarbeit
und phantasievolles Gestalten ergänzen und durchdringen einander,
Aneignung vorgegebener Inhalte wechselt mit schöpferischer Eigengestaltung.
In der Auseinandersetzung mit wertvollen Inhalten lernt der Mensch sich
selbst in seinen Vorlieben und Abneigungen, seinen Stärken und Schwächen
kennen. Er entwickelt Interessen ...
4. Unterricht in der Hauptschule Inhalte 4.1
Die
Bildungsinhalte der Hauptschule müssen in Auswahl und Umsetzung einerseits
unabweisbaren kulturellen und gesellschaftlichen Forderungen gerecht werden,
andererseits den Begabungen und Interessen der Hauptschüler angemessen
sein. Inhalte von erwiesener Bedeutung sichern die Weitergabe der geistigen
Grundlagen unserer Kultur und lassen das Gewordensein der Gegenwart verstehen.
Der Unterricht ist zugleich offen für drängende Fragen der Zeit
und aktuelle Anliegen der Jugendlichen. Er verliert sich aber nicht in
bloßer Aktualität oder subjektiver Beliebigkeit und bereitet
so auf die vorhersehbaren Zukunftsaufgaben des Einzelnen und der Gesellschaft
vor. Ab der Jahrgangsstufe 7 werden
die Schüler schrittweise an die Berufs- und Wirtschaftswelt herangeführt,
wobei sie sich aufgrund ihrer Fähigkeiten und Neigungen zunehmend
auf bestimmte Schwerpunkte festlegen. In einer Reihe von Fächern erhalten
sie Gelegenheit, ihre Fähigkeiten im praktischen Tun zu erproben.
Fachunterricht 4.2 In den einzelnen Schulfächern
erfahren die Schüler den Unterricht als Hilfe zur Ordnung und Klärung
der komplexen, oft verwirrenden Wirklichkeit. Sie
lernen sachgerechte Fragestellungen kennen, gewinnen facheigene Erkenntnisse,
üben fachgemäße Arbeitsweisen
ein
und entwickeln Einstellungen und Werthaltungen. Fachliche und systematische
Vollständigkeit wird nicht angestrebt. Im sinnvollen Wechsel zwischen
exemplarischem und orientierendem Lehren fördern die Lehrer das selbstständige,
die geistigen, seelischen und körperlichen Kräfte ansprechende
Lernen und Arbeiten. So weit möglich nutzen
sie Querverbindungen zwischen den Fächern, verdeutlichen Vernetzungen
und machen Erkenntnisgrenzen der Einzelfächer bewusst.
Fächerübergreifender Unterricht
und fachliche Kooperation 4.3 Drängende Aufgaben der Zeit, Anliegen
und Probleme der Schüler sowie komplexe Unterrichtsinhalte können
meist nicht einem einzelnen Fach zugeordnet werden, sondern erfordern themenorientiertes
Arbeiten im fächerübergreifenden Unterricht. Dabei werden Sachverhalte
von verschiedenen fachlichen Ansatzpunkten her betrachtet. Besondere
Formen dieses Unterrichts stellen projektorientiertes Arbeiten und Projekte
dar. Die Umsetzung des fächerübergreifenden Unterrichts
erfordert die fachliche Kooperation der Lehrer, damit thematische Überschneidungen
vermieden, die inhaltliche Stoffverteilung abgestimmt und organisatorische
Maßnahmen frühzeitig geplant werden können.
Schlüsselqualifikationen 4.4 Gemeinsame
Aufgabe des fachbezogenen wie auch des fächerübergreifenden Unterrichts
ist es, die fachliche, methodische, personale und soziale Kompetenz
der Schüler zu fördern. Dazu gehört
der Erwerb von fächerübergreifenden Fähigkeiten, Fertigkeiten
und Haltungen wie selbstständiges Lernen, Problemlösen,
.... Eine neue Aufgabe wächst der Schule mit
der Einführung in Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechniken
zu.
Lehr- und Lernformen 4.6
Die Lehrer ... nützen die unterschiedlichen methodischen Möglichkeiten,
die sich aus der inneren Struktur der Fächer, aber auch aus der Zielstellung
des Unterrichts ergeben, knüpfen an den Erfahrungen der Schüler
an, beziehen die Wirklichkeit mit ein und unterstützen
den Lernprozess durch Medien. So lernen die Schüler erfahrungsorientiert
und durch Medien vermittelt, handlungsbezogen und kognitiv, entdeckend
und angeleitet, kreativ-schöpferisch und nachahmend. Gebundener, lehrergeleiteter
Unterricht wird durch freie und projektorientierte Lehr- und Lernformen
ergänzt. Das Schulbuch, dosiert eingesetzte Arbeitsblätter und
der
Computer bereichern den Unterricht. Multimediales
Arbeiten und die Informationsgewinnung aus Datennetzen ermöglichen
neue Formen des Lehrens und Lernens.
Kapitel II: A Fächerübergreifende und fachbezogene Unterrichts- und Erziehungsaufgaben
Kapitel II: B Fachbezogene Unterrichts- und Erziehungsaufgaben