Der Medienkünstler Jeff Wall

1. Lebenslauf

1946 In Vancouver, britisch Kolumbien geboren

1946 An der Universität von Vancouver Kunstgeschichte studiert

1970 M.A.- Abschluß in Kunstgeschichte

1970-73 Arbeit am Institut Courtauld, an der Universität in London

1974-75 Tätigkeit an der Hochschule für Kunst und Design in Halifax, Neuschottland

1976 Tätigkeit an der Simon - Fraser - Universität in Vancouver

 

seit 1987 Professor, an der Universität von britisch Kolumbien, in Vancouver, wo er seit dem

Arbeitet und wohnt

2. Arbeitsstil

- In den siebziger Jahren beginnt der Kunsthistoriker mit eigener künstlerischen Arbeit. Seit 1978 sind die meisten seiner Arbeiten Cibachrom-Diapositive, die in Aluminiumschaukästen montiert, von hinten mit fluoreszierendem Licht beleuchtet werden.

-Jeff Wall wertet das Foto zu eine künstlerischen Medium auf, indem er die Arbeitsweisen eines Künstlers und die eines Fotographen miteinander verbindet. Und dies aus der Sichtweise eine Kunsthistorikers.

- Durch Unschärfe des Hintergrundes, Bewegungsverwischungen und Grobkörnigkeit des Bildes wird der Eindruck eines Schnappschusses erzeugt, der zufällig aufgenommen wurde. Die Bilder sind aber Ergebnisse sorgfältiger Inszenierung, die Szenen nachgestellt, und Zufälligkeiten ausgeschlossen .

-Drei verschiedene Arten von Inszenierung:

+ theatralische (szenenhaft):

Jeff Wall arbeitet wie ein Regisseur, der seine Schauspieler castet, und sie mit Requisiten auf seiner Bühne drapiert. Der Eindruck von Inszenierung wird durch sehr kurze Belichtungszeiten und extreme Tiefenschärfe verstärkt.

=> Beispiel Insomania (1994)

+ malerische ( z.B. Nachstellung von Gemälde):

Farbe, Perspektive, Proportion und Komposition sind bewußt ausgewählt, eine Fiktion die dem Willen und der Kontrolle des Künstlers untersteht. Das dabei entstehenden Fotos sind also kein Abbild der Wirklichkeit, sondern eigenständige Kunstwerke.

Durch gemäldeartige Großformatigkeit erzeugt Jeff Wall ein "Gefühl von Altmeisterlichkeit" . Außerdem bezieht er sich sehr oft auf Ideen und Werke des 19. Jh. , besonders auf Manet (Bosch,Grünewald, Goya...) , indem er diese Bildinhalte mit zeitgenössischen Techniken darstellt

=> Beispiel: Bar in Folies-Berg`ere (1882) / Picture For Women (/1979)

+ filmische (wie ein Film produziert)

Seine Bilder sind nicht Ausschnitte aus einem Film, sondern eigenständige Werke, bei denen Raum und Zeit in große Dichte komprimiert sind. Der Betrachter kann diese wieder dekomprimieren und so die erzählte Geschichte entschlüsseln.

Wall selber nennt seine Arbeitsweise "filmisch zu arbeiten" , d.h. Beleuchtung, Seitenverhältnisse, Tiefenschärfe werden wie bei einem Film inszeniert.

=> Beispel: Dead Troops Talk (1992):

=>Wall kostruierte im Studio einen Hügel, nahm jede Gruppe von Soldaten getrennt auf und setzt sie digital zusammen am Computer entstanden,

-Seit den 90 er Jahren nutzt Wall den Computer als Instrument der Bildveränderung, um die Bilder effektiver nach seiner Vorstellung kreieren zu können. Er stellt auf diese eise aber nur das da, was auch in der Realität möglich wäre.

Zitat Jeff Wall, 1994:

"One paradox i found is that the more you use computers in picture-making, the more ,hande-made’ the picture becomes."

 

 

 

3. Ausstellungen und Preise

-1978 erste Ausstellung in der Nova Galerie in Vancouver

- ab 1982 überall auf der ganzen Welt in zahlreichen Galerien vertreten

- Auswahl representierender Galerien außerhalb Kanadas:

+ Frankreich: Galerie Roger Pailhas in Marseille

+ Deutschland: Johnen & Schöttle in Köln

Galerie Rüdiger Schöttle in München

+ Spanien: Galeria Helga de Alvear in Madrid

+ England: Anthony d’ Offay Gallery in London

+ USA: Marian Goodman Gallery in New York

- 1996 " Kunstpreis der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München für bildende

Kunst"

die Vergabe des Preises beinhaltet eine Lehrveranstaltung an der Akademie der

bildenden Künste, die Wall aber nur in einer kurze Blockveranstaltung abhielt.

- 1997 Ausstellung mehrerer Schwarz -Weis-Fotos und einem Farbfoto "Milk" von 1984

auf der Dokumenta 10

- 2002 aluminium-light-box "invisible man" von 2001 auf der Dokumenta 11

-2002 Am 9. November bekommt Wall den "Hasselblad Foundation International Award" in

der Kategorie Photographie verliehen.



4. Werke

Picture for women / bar in Folies -Bergere:

 

 

The Giant:

 

Insomania: