WS 00/01

PS: Kunstunterricht und Computer

Dozent: A. Schräpler

Referenten: Petra Schmidt, Susanne Turnwald, Melanie Sperner

Datum: 08.01.01

Computerkunst

1. Die Geschichte der Computerkunst

Computerkunst ist eine künstlerische Technik, bei der Bilder mit Hilfe von Computern entworfen und produziert werden. Künstlerische Aktivitäten mit dem Computer gab es, seit Zeichenautomaten als Ausgabegeräte zur Verfügung standen. Zu den Pionieren der elektronischen Bilderzeugung zählen Georg Nees, Frieder Nake und Herbert W. Franke. In den 60er Jahren entstanden Computergrafiken als spielerischer Nebeneffekt wissenschaftlicher Experimente. Als Methode technischer Entwürfe, aber auch als Hilfsmittel für Architektur und Design wurde die Computergrafik zunehmend populärer. Insbesondere der Einsatz in Film und Fernsehen schaffte einen Übergang von technisch orientierten Anwendungen zur freien Gestaltung, die auch in der Kunst ihren Niederschlag findet.

ca. 1960

Konrad Zuse entwickelt den GRAPHOMAT (Vorläufer des programmgesteuerten Zeichenautomaten - auch Plotter genannt), von nun an entstehen erste Computergrafiken.

1965

Die Zeitschrift "Computers and Animation" ruft zu einem Wettbewerb auf, bei dem das schönste Bild prämiert werden soll. Dieser wird seither jährlich neu ausgeschrieben.

1968

Die Computerkunst feiert ihren Durchbruch in der in Londoner organisierten Ausstellung "Cybernetic Serendipity".

Jetzt erst begannen sich professionelle Künstler für die neue Gestaltungsmethode zu interessieren.

Ü es gab kaum Anlagen, die zu künstlerischen Zwecken zur Verfügung standen;

Ü die komplizierte Programmiersprache erforderte mathematische Vorkenntnisse.

Erste Kontakte zwischen Technikern und Künstlern werden durch Organisationen wie die "American Experiments in Arts and Technology" und die Londoner "The Computer Arts Society" gefördert.

1969

  • München: W. Bleicher gründet die Galerie Franzius

  • Hannover: Ausstellung "Computer-Kunst" (à "Impulse-Computerkunst")

  • Berlin: Bilderschau "Kunst aus dem Computer" (à "Wege zur Computerkunst")

1970

Sonderschau mit Computerkunst auf der Biennale in Venedig

1972

Ausstellung "Grenzgebiete der bildenden Kunst" der Staatsgalerie Stuttgart


Die rasante Entwicklung in der Technik in den 80er und 90er Jahren ermöglichte komplexe digitale Grafiken, Computeranimationen, Holographien und computeranimierte Filme.

Die neuesten Entwicklungen der Computerkunst stellt seit 1979 regelmäßig die "Ars Electronica" in Linz vor. Einen Überblick über alle Sparten der Computerkunst bietet das Medienmuseum im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe.

Literatur:

  • Herbert W. Franke: "Computergrafik – Galerie: Bilder nach Programm; Kunst im elektronischen Zeitalter"

Köln: DuMont, 1984

  • Joseph Deken: " Computerbilder – Kreativität und Technik"

Basel, Boston, Stuttgart: Birkhäuser, 1984